Der neue Plan

Die Dominikaner sind fortschrittlich. Schon lange wunderten sich neugierige Anwohner, dass die Brüder den Garten kaum nutzten. Nur selten sah man im Klostergarten sinnierende Mönche - es gab wohl zu viel Büroarbeit, und darum auch zu wenig Zeit zum Sinnieren. Und dann war da ja auch die dringend anstehende, aufwendige Renovierung des Klosters, in dem seither Kunstwerke ausgestellt werden können.

Fortschritt kostet natürlich Geld. Deshalb haben die Dominikaner ihren Klostergarten einem Bauträger überlassen. An Stelle des Gartens soll ein riesiges, sechsstöckiges Büro- und Appartementhaus mit Tiefgaragen entstehen.

Ein glatter, banaler Klotz mit siebzig Fenstern auf jeder Seite wird ab 2005 da stehen, wo seit 1900 Vögel zwitscherten.