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25.11.04
P. Richard Glöckner, Dominikanerkloster St. Albert in Bornheim-Walberberg. Rgloeckner@netcologne.de
Stellungnahme eines Dominikaners zur Zerstörung des Klostergartens, Köln, Lindenstraße 45
Mein Name ist P. Dr. Richard Glöckner OP. Ich gehöre seit September 1964 zur Dominikanerprovinz „Teutonia“ (umfasst den Bereich Nord-West-Ostdeutschland etwa nördlich der Mainlinie) und lebe seit vielen Jahren im Dominikanerkloster St. Albert in 53332 Bornheim-Walberberg. In den 70iger Jahren habe ich ca. 8 Jahre im Kölner Kloster Hl. Kreuz in der Lindenstraße 45 gewohnt und war damals als Referent in der Katechetenausbildung bei der Erzdiözese Köln angestellt.
Allgemein wurde damals von den im Hause lebenden Mitbrüdern von Hl. Kreuz der Garten als eine wohltuende kleine „grüne Lunge“ empfunden, die die Wohnqualität im Hause wesentlich verbesserte. Uns war auch klar, dass unser Garten für viele Anwohner ähnlich wichtig war wie für uns selber (auch wenn nur wir ihn betreten duften). Irgendwelche „Belästigungen“ oder Blick-Beunruhigungen seitens unserer Nachbarn hat es nie gegeben. Es war ein schöner, kleiner gemeinsamer „optischer“ Besitz inmitten der Steinwüste einer Großstadt.
Die jetzige Zerstörung des Gartens ist mir unverständlich und manche begründende Behauptungen seitens der Haus- und Ordensleitung wirken auf mich unglaubwürdig und sogar peinlich. Jedenfalls stand in den letzten Jahren ausreichend Geld für eine umfangreiche und teilweise aufwendige Renovierung der Kirche und des Klosters zu Verfügung. Zudem weiß ich, dass das Projekt in der breiten Öffentlichkeit unserer Ordensprovinz weder in Einzelheiten und mit allen Konsequenzen vorgestellt noch diskutiert worden ist. Nicht nur die Nachbarschaft im Umfeld des Klostergartens wurde nur unzureichend informiert, was allerdings von unserem Ordensrecht her für die Vielzahl unserer Klöster in der Provinz auch nicht gefordert ist, selbst wenn die Auswirkungen des Projekts wohl deutlich über die zeitlichen Grenzen der derzeit für vier Jahre gewählten Ordensleitung hinaus ihre noch unabsehbaren Konsequenzen haben werden.
So dürften auch längst nicht alle Dominikaner unserer Provinz hinter dem Projekt stehen und manchen kenne ich, der irritiert und ablehnend mit dem Kopf schüttelt. Sprechen Sie in diesem Zusammenhang bitte auch nicht allgemein von „den Dominikanern“. Das Projekt wird wesentlich von der derzeitigen, auf drei bzw. vier Jahre gewählten Haus- und Ordensleitung vorangetrieben. Ich persönlich bin überzeugt, dass der Gründer unseres Ordens, der hl. Dominikus, sich angesichts derart spekulativ-ökonomischer und gewagter pekuniärer Projekte die Haare gerauft hätte.
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