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Diese E-mail erhielten zwei Mitglieder der Bürgerinitiative vom Prior des Klosters, dem Pastoral-Pychologen und Diplom-Eheberater Pater Wolfgang Stickler, am 25.10.04. (Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung von Frau Weissweiler, eva.weissweiler@t-online.de)
Sehr geehrte Frau Dr. Weissweiler, sehr geehrter Herr Dr. Peters,
vielen Dank für Ihre E-Mail, die ich leider erst heute beantworten kann, denn vom 15. Oktober bis zum vergangenem Wochenende tagte in Walberberg das Provinzkapitel meines Ordens, an dem ich als Prior des Klosters Heilig Kreuz teilnehmen musste. Ich danke Ihnen für Ihre freundlichen Zeilen!
Die Aufregung bzgl. unseres Gartens ist geht sicher inhaltlich auf ein anonymes (!) Flugblatt zurück, das eine ganze Reihe von nicht richtigen Aussagen enthält.
Was ist von unserer Seite aus geplant? Die Baulücke zwischen unserem Kloster und dem Nachbargebäude soll geschlossen und mit einem Wohn- und Bürogebäude bebaut werden. Es ist also nicht so, dass ein "Bürohaus" vorgesehen ist. Zwei Etagen sind für Büros, drei Etagen für Wohnungen geplant!
Was den Klostergarten betrfft, wird flächenmäßig nicht ein Quadratmeter verschwinden, denn da, wo das Gebäude stehen wird, sind derzeit vier Garagen sowie die Abfallhalde des Gartens, d.h. dort ist derzeit schon keine Gartenfläche.
Wenn Sie heute ein Gebäude in der Innenstadt errichten wollen, müssen sie auch Parkräume nachweisen. Über die Parkplätze der Waschanlage verfügen wir - im Gegensatz zur Behauptung des Flugblattes - nicht! Daher ist eine Tiefgarage vorgesehen, die unter dem Haus und einem Teil (!) des Gartens sein wird. Das macht es notwendig, dass eine Reihe von Bäumen zunächst gefällt werden müssen. Die großen Buchen, werden stehen bleiben. Die 100jährige Buche in Nähe der Mauer zur Lindenstraße ist krank, hat eine 3 Meter lange tiefe Wunde und zwei Gutachten, die wir einholen mussten, geben ihr noch 5 Jahre Lebensdauer.
Falsch ist die Behauptung des Flugplattes, dass „die Betonplatte der Tiefgarage“ mit „ein paar Kübelpflanzen und Rollrasen“ versehen wird. Es ist nicht redlich, ohne genaue Kenntnisse, solche Dinge zu behaupten und zu verbreiten (was ich Ihnen nicht vorwerfe, sondern dem Flugblattverfasser).
Ein Teil der Bäume muss zunächst gefällt werden. Aber der Klostergarten wird danach wieder begrünt: mit ganz normalem Rasen und selbstverständlich auch mit Bäumen! Hierfür liegen Pläne längst vor und sind auch der Stadt Köln eingereicht worden. Die Fläche des Klostergartens wird nicht verkleinert oder betoniert. Daran hat unsere Kloster auch gar kein Interesse.
Unser Garten wird, das kann ich Ihnen versichern, keine Kübelpflanzen und auch keinen keinen Rollrasen erhalten, sondern es wird auch in Zukunft in der Lindenstraße einen Klostergarten mit alten und neuen Bäumen geben. Zur Einweihung beim Gartenfest im übernächsten Jahr lade ich Sie schon jetzt herzlich ein.
Seit über zwei Jahren sind wir mit der Planung dieses Gebäudes beschäftigt und haben alle hierfür notwendigen Gremien konsultiert und deren Zustimmung erhalten:
- Bauordnungsamt der Stadt Köln - Stadtkonservator - Landschaftsbeirat der Stadt Köln - Untere Landschaftsbehörde - drei Natur- und Umweltverbände - Bezirksregierung Innenstadt - zuständige Fachausschuss der Stadt Köln - Rat der Stadt Köln (Ratsbeschluss)
Warum lassen wir auf unserem Gelände bauen?
Als Orden erhalten wir keinerlei Geld über die Kirchensteuer. Lediglich Mitbrüder, die beim Bistum arbeiten, erhalten hierfür ein Gehalt. Da die Diözesen inzwischen radikal sparen, stehen etliche Stellen nicht mehr für uns zur Verfügung. Wenn wir unser Kloster hier in Köln erhalten wollen, müssen wir jetzt überlegen, wie wir Einkünfte in Zukunft schaffen. Wenn wir unseren Konvent in der Lindenstraße verkaufen müssen, wird das gesamte Areal, inklusive Garten bebaut werden! Auch dafür gibt es Pläne.
Doch dies ist nicht unsere Absicht. Im Gegenteil: Wir wollen weiterhin hier leben und arbeiten und auch den Garten genießen. Unser Klostergarten wird auch in Zukunft eine Oase und ein Ort der Stille bleiben.
Über Baubeginn kann ich Ihnen - anders als das Flugblatt - noch nichts sagen, da die mir übergeordneten Gremien unseres Orden noch nicht entschieden haben und erst im November zustimmen können.
Sie schlagen einen Gesprächstermin für heute (25.10.) vor. Leider kann ich Ihnen so kurzfristig nicht zur Verfügung stehen. Ich bin aber gerne zu einem Treffen mit Ihnen bereit.
Mit freundlichen Grüßen
P. Wolfgang Stickler OP
Prior
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