Was der Prior schrieb und sagte...

25.11.04

Dr. Eva Weissweiler
Schriftstellerin
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eva.weissweiler@t-online.de

Einige Zeit nach Eingang der
E-Mail vom Prior, dem Pastoral-Pychologen und Diplom-Eheberater Pater Wolfgang, fand ein Gespräch im Kloster statt, an dem neben den Adressaten auch Gerd Abbing von der Bürgerinitiative teilnahm. Die unfreundliche, ja agressive Atmosphäre dieses Gesprächs ist mit Worten kaum zu beschreiben.

Auf betont sachliche Fragen von Gerd Abbing nach den Bebauungsplänen, der Finanzlage des Klosters und der vertraglichen Bindung an die Firma "Imo" (Betreiber einer stinkenden, lauten, häßlichen Auto-Waschanlage neben der Kirche auf klostereigenem Grundstück) sagte Pater Wolfgang wörtlich:

"Darüber brauche ich Ihnen keine Auskunft zu geben!"
"Ich bestimme, was mit m e i n e m Kloster und mit m e i n e m Eigentum gemacht wird!"
"Ihr Bürger seid zu spät, da hättet ihr früher kommen sollen!"
"Die Dominikaner haben sich schon mit Ökologie befasst, als Sie noch gar nicht da waren!"
"Ich lasse mich nicht von Ihnen belehren!"
"Wenn Sie nicht ruhig sind, schmeiße ich Sie hier raus!"
Ein wahrhaft pastoraler Ton im Geiste des Heiligen Dominikus, der seinen Brüdern Armut, Wanderschaft und Verzicht auf Geld, Gold und Grundbesitz (!) befahl. (Die Dominikaner waren und sind ein "Mendikanten"-, d.h.: ein Bettler-Orden.)

Zur Verifizierung der untenstehenden Angaben über die "Armut" der Mönche, die übrigens ganz im Geiste des Ordensstifters sein dürfte, empfehle ich den Freunden des Dominikanergartens das Buch:

Carsten Frerk: Finanzen und Vermögen der Kirchen in Deutschland,Aschaffenburg 2001

sowie zur weiteren geistlichen Erbauung:

Rainer Maria Groothuis: Im Dienste einer überstaatlichen Macht. Die deutschen Dominikaner unter der NS-Diktatur, Münster 2002.

Viel Erkenntnis bei der Lektüre!

Und hier noch ein paar Zitaten-Fundstücke des Priors, die er anl. der Renovierung und Neugestaltung der Kirche (Gesamtkosten: 470 000 Euro) am 29.11. 2002 der Kölnischen Rundschau gesagt hat:

"70 Prozent der Bewohner des Viertels sind Singles, viele jüngere, nicht kirchlich gebundene Leute. Wir müssen uns eine Gemeinde heranpredigen, eine Kundschaft erarbeiten, mit einem niederschwelligen Angebot."

"Wenn man die Augen aufmacht und die Realität betrachtet, lassen sich auch in der City religiöse Spuren finden."